Bernd Kramer. Nicht mit uns und schon gar nicht mit mir! // Bernd Kramer (1940-2014) als Anarchoverleger mit seiner Frau Karin Legende, ist hier als Schriftsteller zu entdecken, wüst und wütend, grotesk und genial. Aus den gesammelten Schriften, Band zwei, herausgegeben von Jochen Knoblauch, lesen Dago Langhans und Erik Steffen.
Sein Verleger Herrmann Jan Ooster (Quiquec Verlag) schreibt: „Mit Gläubige ohne Gott, Helden ohne Pathos und diesem zweiten Band liegen uns nun endlich Bernd Kramers seit 1967 in allen möglichen Publikationen verstreute Kommentare, Kritiken, Glossen und Sottisen zum Weltgeschehen und Weltnichtgeschehen vereint in Buchform vor. Sie zeigen einen wachen Geist, der sich selbst nicht sonderlich ernst nahm, aber für die Sache des libertären, des freien Geistes, des freien Lebens mit Verve und Wissen stritt.“ Das Lesevergnügen ist immens, Kramer hat eine Themenpalette von Anlässen, die zu verschiedenen Textformen führen. Satire, Groteske, Wutreden und Pamphlete wie der titelgebende Text zur Rechtschreibreform. Und wer will nicht mit der Kommune 1 zu Gast in der chinesischen Botschaft in Ost-Berlin sein? Es sind oft schreiend komische Texte, die weit mehr als Zeitdokumente sind. Kramers Fantasie ist Triebriemen für diese immer wieder überraschende literarische Qualität. Selbst einige seiner berühmt-berüchtigten Kneipentexte passen sich hier elegant ein. Ach Bernd, du fehlst!
Zum Goldenen Hahn
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